Zeppole - frittierte Brandteig-Creme-Teilchen

Rezept für Zeppole

Am 19. März ist San Giuseppe, der Tag des Heiligen Joseph. Und in Italien wird dieser Tag – trotz Fastenzeit – mit den Zeppole gefeiert.

Praktischerweise hat man den Vatertag auch auf dieses Datum gelegt, sodass das Schlemmen von frittierten Brandteig – Cremeteilchen wenigstens zwei gute Gründe hat.

Nach einem enttäuschenden weil ungenießbaren Ergebnis vor Jahren, habe ich mich dieses Jahr mit neuem Rezept und neuem Elan an die Herstellung der Zeppole gewagt. Das ganze ist eigentlich nicht besonders schwer, nur etwas langwierig durch die Ruhe- und Abkühlzeiten.

Und siehe da, sie sind was geworden und wurden von meiner kritischen italienischen Verwandschaft unter Lob verspeist.

Hier also das Rezept für Zeppole

Für 12 mittelgroße Zeppole braucht man: Brandteig, Puderzucker, Crema Pasticcera hell und dunkel, optional: Amarenakirschen in Sirup

Der Brandteig:

1/4 l Wasser

100 g Butter

1 Prise Salz

250 g Mehl

5 Eier

Optional: 1 gestr. TL Backpulver (beim Backen im Ofen, weglassen wenn Du frittierst), Orangenschale, Zitronenschale, Zimtstange

Aus diesen Zutaten wird ein Brandteig hergestellt:

Wasser mit Butter und Salz (optional mit Zitronenschale, Orangenschale und Zimtstange) zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen (die Schalen/Zimtstange herausfischen) und das Mehl dazugeben und verrühren.

Dann das ganze wieder bei kleiner Hitze auf den Herd geben und abbrennen: solange unter Hitze verrühren, bis sich am Topfboden eine weiße Schicht bildet (Achtung: bei beschichteten Töpfen passiert das nicht). Bevor der Teig zu Pfannkuchen und knusprig wird, runter vom Feuer und auskühlen lassen.

Jetzt ein Ei dazu geben und komplett einarbeiten. Mit jedem einzelnen Ei weiter so verfahren, bis alle Eier aufgebraucht sind. Ohne Handrührgerät ist das ziemlich mühsam, weil der Teig recht fest ist, und dauert beinahe 20 Minuten. Wenn Du die Zeppole im Ofen backen willst, dann arbeite zum Schluss noch das Backpulver unter.

Jetzt darf der Teig zwei Stunden ruhen, während Du Dich an die Zubereitung der Crema Pasticcera machst.

Crema Pasticcera:

1 l Milch

180-200 g Zucker (das Originalrezept ist mit 300 g Zucker und nur was für ganz Süße)

3 Eigelb

100 g Mehl

Schale einer unbehandelten Zitrone

Kakao (ungesüßt) für die Schokoladencreme

Zubereitung: Alles bis auf die Zitronenschale und den Kakao gut miteinander verquirlen, so dass keine Klümpchen entstehen. Mit der Zitronenschale auf dem Herd bei mittlerer Hitze unter Rühren so lange köcheln lassen, bis die Masse eindickt.

Die Konsistenz sollte recht fest sein, sonst suppt die Verzierung später von den Zeppole runter und sieht unappetitlich aus.

Am Ende die Zitronenschale wieder herausfischen.

Ca. ein Viertel der Creme separat mit einem Esslöffel Kakao vermischen.

Alles abkühlen lassen.

Falls trotz aller Mühe Klümpchen entstanden sind, einfach die ganze Chose durch ein Sieb streichen.

Backen/Frittieren und Verzieren

Vorbereitung fürs Backen: Backblech mit Backpapier auslegen und Ofen auf 175 Grad vorheizen (ich nehme immer Umluft).

Vorbereitung fürs Frittieren: Backpapier in Quadrate schneiden, etwa 10×10 cm. Speiseöl (Keimöl oder Olivenöl, da gibt es verschiedene Schulen) in einem tiefen Topf auf den Herd stellen und langsam erhitzen. Ich war zu geizig, mein wertvolles Olivenöl zum Frittieren zu verwenden und habe Sonnenblumenkernöl verwendet.

Wenn der Brandteig ausgeruht ist, darf er in den Spritzbeutel mit der großen, gezackten Tülle. Jetzt den Teig in Kringeln auf das Backpapier bzw. die Backpapierquadrate setzen und darauf achten, dass das Ende der Teigschlange gut angedrückt ist.

Backen im Ofen: ca. 20 Minuten bei 175 Grad, gegen Ende auf 140 Grad herunterschalten, damit die Teilchen nicht zu braun werden und trotzdem durchgaren (sonst fallen sie nachher zusammen).

Frittieren: Das Öl ist heiß genug, wenn an einem Holzkochlöffel Blasen hochsteigen. Jetzt die Zeppole mit dem Backpapierquadrat ins Öl gleiten lassen. Das Papier kann praktisch sofort mit einer Zange wieder herausgeholt werden. Unter Wenden die Zeppole goldbraun frittieren und abtropfen lassen.

Ich hatte meine Zeppole mit Backpulver gemacht, und beim Frittieren haben die ersten ziemlich die Form verloren – sie sind irre aufgegangen und sahen aus wie Schlauchboote. Die nächsten waren dann sofort goldbraun ohne aufzugehen – die habe ich im Ofen dann noch fertig gebacken.

Endspurt

Jetzt musst Du wieder ein bisschen warten, bis die Zeppole abgekühlt sind, bevor Du sie mit Puderzucker bestäubst und mit der Creme verzierst.

Die Creme wird ebenfalls mit einem Spritzbeutel (kleinere gezackte Tülle) ringförmig auf die Zeppole gespritzt. Zuerst die helle Creme, und dann ein Tupfen dunkle Creme in die Mitte.

Wer mag, setzt dem ganzen Zauberwerk noch eine Amarenakirsche drauf.

Und jetzt viel Spaß beim Essen. Schmeckt sehr gut und ist wie zahlreiche apulische Gerichte eine Riesenkleckerei.

 

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